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SWANS – Finally, Peace

Swans Bildquelle MUTE


SWANS – Finally, Peace VÖ: 30.09.2016

Kurz vor Beginn ihrer Europa-Tournee veröffentlichen Swans mit „Finally, Peace” einen in der Tat weniger als 4 Minuten (!) kurzen Edit des letzten Stückes ihres aktuellen Albums The Glowing Man.
Michael Gira beschreibt den Song als “Farewell” – Zurecht, ist doch “The Glowing Man” das letzte Album der Swans – und die anstehende Tournee die letzte – in der Konfiguration, in der wir sie zuletzt kannten. Guest vocals werden von Giras Frau Jennifer Gira beigesteuert, für die GIra den Song explizit geschrieben hat. Insgesamt hörte man Swans selten in einem derart friedvollen, fast hippiesken Modus. Finally, Peace? Abwarten.

Wer schon mal das Glück hatte, Swans live zu erleben, weiß, dass es sich hier um ganz besondere Konzerte handelt, ach was, um Noise-Messen, die nicht nur ein unfassbar spannendes musikalisches, sondern ein körperlich-kathartisches Erlebnis sind. Seit ihrer fulminanten Rückkehr mit dem Album „My Father Will Guide Me Up A Rope To The Sky“ – und den sich bis heute anschließenden „The Seer“, „To Be Kind“ und dem im Juni erschienenen „The Glowing Man“ errichteten sie ein Jahrhundertalbum nach dem anderen. Werke, wie ein alles verschlingender Malstrom, die von der Geburt und dem Ende des Universums zugleich künden. Zuletzt brachten sie die New Yorkerin Pharmakon mit auf Tournee, diesmal verdüstert die schwedische Organistin Anna von Hauswolff gleich von Beginn an die Atmosphäre bei fast allen Konzerten der Europa-Tournee. Hervorragend!

SWANS EUROPEAN TOUR
06.10. BE-Brüssel, Orangerie Botanique
07.10. NL-Eindhoven De Effenaar
08.10. UK-Brighton, Concorde 2
09.10. UK-Manchester, 02 Ritz
11.10. UK-Glasgow, Oran Mor
12.10. UK-Newcastle Upon Tyne, Northumbria University
13.10 UK-London, IIslington Assembly Hall – SOLD OUT
14.10 UK-London, IIslington Assembly Hall – SOLD OUT
15.10. FR-Reims, La Cartonnerie
17.10. Hamburg, Kampnagel
18.10. Berlin, Huxleys Neue Welt
19.10. CZ-Prague, Divaldo ARCHA Theatre
21.10. HU-Budapest, A38 Ship
22.10. AT-Wien, Arena Big Hall
23.10. AT-Graz, Orpheum Extra
25.10. SL-Ljubljana, Kino Kiska Centre for Urban Culture
26.10. HR– Zagreb, Lauba
28.10. CH-Basel, Kaserne
29.10. CH-Vevey, Rocking Chair
30.10. CH-Bern, Reitschule Dachstock
01.11. FR-Nante, Stereolux
02.11. FR-Nimes, La Paloma
05.11. IT-Bologna, Teatro Auditorium Manzoni
06.11. IT-Rom, Orion Live Club
08.11. FR-Tourcoin, Le Grand Mix
09.11. FR-Paris, Le Trabendo
10.11. Köln, Gebäude 9
11.11. München, Feierwerk
12.11. Wiesbaden, Kulturzentrum Schlachthof’
13.11. NL–Utrecht, Le Guess Who? Festival

Infos: MUTE

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The Kills – Impossible Tracks

The Kills - Ash & Ice Bildquelle Domino Records


The Kills – Impossible Tracks (VÖ 21.10.16)

Liebe Freunde der Gitarre,
am Anfang war das Riff. Zugegeben, eines bei dem Gittarist Jamie Hince noch nicht ganz sicher war, wie er es zu dem Song verbauen soll, der später als Impossible Tracks zu einer der besten Nummern des neuen The Kills Albums wurde. Als er allerdings das Drum Sample der unbekannten Gospel Single I Thank The Lord von Mighty Voices Of Wonder dazu brachte, nahm der Song seine finale Form an.

Jamie Hince: “Everyone went to bed and I stayed up. I wrote it from Allisons point of view. And it was one of the view times when I stayed up and wrote a song from start to finish.”

Im Oktober kann man die Kills bei vier Live Shows in Deutschland sehen. Und sicherlich wird Impossible Tracks den ein oder anderen Auftritt versüßen.
Außerdem könnt ihr The Kills hier im kürzlich erschienenen, offiziellen Video zu Impossible Tracks anschauen: The Kills

LIVE:
22. Oktober: Berlin, Tempodrom
23. Oktober: Hamburg, Große Freiheit 36
25. Oktober: Köln, E-Werk
26. Oktober: München, Tonhalle
Infos: Domino Records

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Club des Belugas – Single Bye-Bye Baby I Won’t Come Back

Club-des-Belugas-feat.-Anna-Luca-Bye-Bye-Baby Bildquelle bangup bullet


Club des Belugas – Single Bye-Bye Baby I Won’t Come Back (V Ö: 16.09.)

Luftig, leicht und gut gelaunt, so klingt Anna-Luca, die Sängerin von Club des Belugas. Und meint es doch hart, oh so hart mit ihrem Lover.
In der Single ‘Bye-Bye Baby I Won’t Come Back’ (VÖ: 16.09.) gibt sie ihm in einer an die Sixties angelehnten Uptemponummer fröhlich trällernd den Laufpass. Auf einem Klangbett, dass ihr die Nu Jazz-Ikonen bereitet haben, tänzelt die junge Dame in bester Supremes-Manier lasziv-aufreizend davon. Hier könnt Ihr Euch die Single im Stream anhören: Bye-Bye Baby I Won’t Come Back

Anna-Luca führt uns lustvoll an jene geheiligt-unheiligen Orte, an denen seit Amy Winehouse moderne selbstbewusste Frauen auf von Tarantino infizierte Kerle treffen dürfen. Und das beschwingte Scheiden nimmt zugleich einen weiteren letzten Abschiedsgruß vorweg. Denn: Ende September erscheint mit ‘NINE’ das vorerst letzte Album der Combo aus Wuppertal. Aber keine Angst: Live bleiben sie uns hoffentlich noch für lange Zeit erhalten.
Termine
06.10. Regensburg, Jazzclub Regensburg
07.10. Wien (AT), Mimamusch Theater Festival
08.10. Hall in Tirol (AT), Stromboli
09.10. Heilbronn, Kiliansplatz
12.10. St. Petersburg (RU), Erarta Museum of Modern Art
Infos: bangup bullet

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The Clang Group – Acre Lane

The Clang Group Bildquelle Domino Records


The Clang Group – Acre Lane (VÖ: 30.09.16)

Und noch eine Single, werte Music People.
Kurz bevor der britische Musikproduzent Clive ‘Clanger’ Langer Sechzig wurde, entschied er aus einer Laune heraus, die Band The Clang Group zu gründen, um mit ihr auf seinem eigenen Geburtstag aufzutreten. Schießlich kann man einem Mann, der den Welthit Shipbuilding von Robert Wyatt komponierte, Acts wie David Bowie, Morrissey, Elvis Costello oder Come On Eileen von Dexys Midnight Runners produzierte, nicht mehr vorschreiben, wann und wie er gute Musik machen soll.
Auch seine mindestens in Großbritannien legendäre Rock’n'Roll Ur-Band Deaf School existiert jetzt schon seit über 40 Jahren und veröffentlichte in den 70ern einige Klassiker des New Wave und Post Punk. Da es allerdings zusehends mühseliger geworden ist, mit der Truppe auf Tour zu gehen, wurde das frisch gegründete Trio The Clang Group schließlich zu einer Art dauerhaften Brit Rock Eingreiftruppe umfunktioneirt. So sind Clanger und zwei seiner Deaf School Kompagnons John Wood (Keyboards) und Gregg Braden (Schlagzeug) zum neuen Veteranen Singing auf Domino geworden.
Mit Acre Lane können wir nun den ersten raubeinigen Rock Song ihres kommenden Albums Practice hören.
Das offizielle Video zu Acre Lane könnt ihr hier ansehen: http://bit.ly/2c3ZwDZ

DAS ALBUM ‘PRACTICE’ ERSCHEINT AM 30.09.16
Infos: Domino Records

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A Tribe Called Red

A Tribe Called Red Bildquelle Beats International


A Tribe Called Red veröffentlichen einen neuen Song von ihrem kommenden Album ‘We Are The Halluci Nation’ als Video, der vor der Album VÖ am 16.09. erscheint.
Der Song “ALie Nation” ist mit einem Gedicht des kürzlich verstorbenen Aktivisten John Trudell, sowie dem Throat Gesang der bekannten Polaris Prize Gewinnerin Tanya Tagaq unterlegt. Nach der Single “R.E.D.” featuring Yasiin Bey aka Mos Def, ist der Song bereits die zweite Auskopplung des kommenden Albums.

John Trudell was a creative catalyst for this album, born out of a friendship made with the group after meeting at a festival. Trudell ended up recording two poems for the album. Here was a real life super-hero of ours wanting to work with us, says Tim “2oolman” Hill, in a recent interview with SOCAN Magazine. He emailed us and said ‘I threw in another poem for you. It was ‘We Are The Halluci Nation.’ When we heard it, we looked at each other and went, ‘This is the one.’ That poem helped make the ideas for this record a lot bigger.” (A Tribe Called Red)

A Tribe Called Red ist eine DJ-Formation aus Ottawa, Kanada, die elektronische Musik mit traditionellen ‘First Nations’ Pow Wow Gesängen, Drums und Tänzen mixt. Die politische Aussage ist dabei deutlich: Auf „We Are The Halluci Nation“ werden die alltäglichen Probleme indigener Völker thematisiert. A Tribe Called Red veröffentlichen ihr drittes Studioalbum ‘We Are The Halluci Nation‘ am 16. September. Die 15 Tracks sind eine intensive, aufrührerische Kollektion sowie ein visionärer Mix aus elektronischer und Dance-Musik – mit einer tiefen Verbindung zur kulturellen Identität der ‘First Nations’. ‘We Are The Halluci Nation’ featured Gäste wie Yasiin Bey (Ex Mos Def), Saul Williams, Polaris-Prize-Gewinnerin Tanya Tagaq, den Rapper Shad und viele andere.
Indigene kanadische Künstler wie Black Bear, Northern Voice und The Chippewa Travellers haben ebenfalls mit A Tribe Called Red aufgenommen und werden prominent auf dem Album gefeatured. Der Albumtitel entstammt einer Serie von Texten, die der Poet und Aktivist John Trudel für die Band geschrieben hat, bevor er im vergangenen Jahr verstarb. Teile seiner Arbeit erscheinen ebenfalls auf dem Album.

A Tribe Called Red haben beim Coachella, auf dem größten Pow Wow Festival weltweit, New Orleans Jazz Fest, SXSW, Bonnaroo, Afropunk und diversen anderen Festivals gespielt. 2014 haben sie den ‘Breakthrough Group of the Year’ Juno-Award für ihr zweites Album “Nation II Nation“ erhalten.
Ihr erstes und zweites Album kamen in die engere Auswahl des renommierten Polaris Music Prize. In 2015 hat A Tribe Called Red eine kostenfreie Tour durch zahlreiche indigene Reservate in Ontario, Kanada gemacht.

A Tribe Called Red – ALie Nation Ft. John Trudell, Tanya Tagaq, Lido Pimienta & Northern Voice from A Tribe Called Red on Vimeo.

Infos: Beats International

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Adam Bryanbaum Wiltzie – Salero

Adam Bryanbaum Wiltzie - Salero



Adam Bryanbaum Wiltzie, die kreative Kraft hinter A Winged Victory For The Sullen und Stars Of The Lid, wird am 11. November den Soundtrack für den Non-Fiction Film „Salero“ auf Erased Tapes veröffentlichen.
Nachdem A Winged Victory For The Sullen und Stars Of The Lid bereits Kultstatus erlangt haben, hat Erased Tapes Koryphäe Adam Bryanbaum Wiltzie 2016 bereits Soundtracks für eine Vielzahl an Spielfilmen gefertigt, darunter Jail Lesperts „Iris“ und „The Yellow Birds“ von Alexandre Moors.

Mit dem nun folgenden Soundtrack für „Salero“ liefert Wiltzie jedoch eine seiner bisher besten Arbeiten ab – eine meisterhaft zusammengestellte Begleitung zu den ausgedehnten, kompromisslosen Bildern des Regisseurs Mike Plunkett. Der Film spielt in der bolivianischen Salar de Uyuni, der größten Salzwüste der Welt. Die Geschichte folgt den regionalen “Saleros“, die seit Generationen Salz abbauen und sich dadurch trotz dieser kargen Landschaft dennoch ein Leben verdienen konnten. Mit der Entdeckung großer Lithium Reserven jedoch – eines von der Elektroindustrie häufig verwendeten Minerals – unter der verdunsteten Erdoberfläche, die als Katalysator für die Ausbeutung der Umwelt und seiner Menschen dient, wird der drastische Effekt den die Industrialisierung auf einheimische Kulturen und Traditionen hat, unters Mikroskop gelegt.
Hier könnt ihr die erste Single ‘Lithium, The New Era’ hören: Lithium, The New Era


„Ich habe schon immer gesagt, dass es definitiv leichter ist durch schöne Bilder inspiriert zu werden neue Musik zu komponieren. Es war mir eine Freude Filmmusik zu diesem fesselnden Ort des endlosen, schimmernden Salzes kurz vor seinem drohenden Untergang zu schreiben. Ich war fasziniert durch diesen mythischen Raum und dessen Fähigkeit die Identität von Menschen zu definieren, die in seiner unmittelbaren Nähe wohnen, obwohl die riesige Salzwüste doch selbst zentraler Charakter sein könnte.“ – Adam Bryanbaum Wiltzie
Infos: Beats International

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MICK HARVEY – Baby Teeth, Wolfy Teeth

Mick Harvey Bildquelle MUTE


Wir sagten es bereits. Es dauerte 20 Jahre, bis Mick Harvey kürzlich mit Vol. 3 – Delirium Tremens an sein Serge Gainsbourg-Projekt, das er bereits in den 90ern begonnen hatte, anknüpfte. Nach der Akündigung von Vol. 4 – Intoxicated Women und dem zuletzt bereits veröffentlichten Vorab-Sampler gibt es nun das erste ganze Stück zu hören, die Vorab-Single “Baby Teeth, Wolfy Teeth”:
https://vimeo.com/178886353
DAS ALBUM ERSCHEINT AM 4. NOVEMBER 2016 VIA MUTE/GOODTOGO

“Baby Teeth, Wolfy Teeth” ist eine Übertragung des 1967er Duets “Dents de Lait, Dents de Loup”, das Gainsbourg gemeinsam mit France Gall eingesungen hat. Harvey wiederum singt es nun gemeinsam mit seinem Sohn Solomon.

Intoxicated Women enthält ohnehin hauptsächlich Duette und Songs, die Gainsbourg in den 1960ern schrieb, als er sich überaus erfolgreich als Singer/Songwriter versuchte und mit Künstlerinnen wie France Galle, Juliette Greco und Brigitte Bardot zusammenarbeitete.
Für Intoxicated Women hat sich Mick Harvey ebenfalls eine illustre Runde von Sängerinnen ins Studio gebeten. Darunter befinden sich Channthy Kak (Cambodian Space Project), die Australierin Xanthe Waite (Terry, Primo), Sophia Brous, Lyndelle-Jayne Spruyt, Jess Ribeiro sowie die deutsche Sängerin Andrea Schröder.


Mick Harvey über das Album:
“After the initial recordings for “Delirium Tremens” JP Shilo and I continued investigating the duets and female songs, many of which were unknown to me. So it became a voyage of discovery into quite a lot of material I hadn’t heard before. There are even a couple of songs for which the only versions existing from the 60s are from TV performances Serge gave.” (The Drowned One (La Noyée) und Wolfy Teeth (Dents de Lait, Dents de Loup)
Die Arbeit an den Alben Delirium Tremens und Intoxicated Women begann Ende 2015. Mit J.P. Shilo und seiner australischen Stammband nahm Harvey 10 Songs in den Birdland Studios in Melbourne auf. Dann zog man nach Berlin weiter und nahm dort mit Toby Dammit (The Stooges, Residents) und Bertrand Burgalat (vom französischen Label Tricatel) weitere 9 Songs auf. Letzterer hat schon für Volume 1 & 2 die Streicher arragiert.
Die so aufgenommenen Songs weckten Harveys Appetit auf mehr. Zurück in Melbourne ging die Arbeit an dem Material weiter und schnell war ein Sammelsurium für gleich zwei Alben beisammen. Als dann noch die oben genannten Sängerinnen mit an Bord waren, war die Arbeit an den zwei Alben komplett.
Mick Harvey
Infos: Mute

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All Diese Gewalt – Welt in Klammern

All diese Gewalt-Welt in Klammern Bildquelle Staatsakt


ALL DIESE GEWALT-WELT IN KLAMMERN
VÖ: 23.09.2016


Ozeanische Klanggischt umbraust unsere Ohren, Vögel zwitschern in Wipfeln, ein Wind weht Geräusche heran und davon; eine Kirchenorgel füllt gläubig brummend einen gewaltigen Raum; in der Gischt und unter dem Brummen kündet eine junge, hoffnungsvoll melancholische Stimme davon, dass es mehr gibt als wir uns vorstellen mögen: „Ich kann es spüren / hinter den Dingen / unter der Struktur“. Die Stimme kündet von der vergehenden Zeit und dem verheißungsvollen Schimmern des kommenden Tages – „morgen alles anders / morgen alles neu“ – sie lobpreist das reine Werden und den endlosen Wandel, die Schönheit der unaufhörlichen Transformation. Und so werdend und transformierend bewegt sich auch die Musik unter der singenden Stimme; sie bewegt sich unaufhörlich voran und dreht sich wieder in sich zurück, kreist und kreißt: Scheinbar stehende Töne beginnen allmählich nervös zu erzittern, um dann eine funkelnde Melodie freizulassen; aus klitzekleinen repetitiven Gitarrenfiguren entsteht ein episch sich sehnender Krach; pälaolithisches Keyboardpluckern und Spinettgeschepper verbinden sich zu einem fabelhaft flirrenden Fehlfarbengemälde.

So klingt die zeitlos gegenwärtigste Musik, die wir derzeit besitzen: Es ist die Musik von Max Rieger. Mit seiner Gruppe Die Nerven spielt der Universalgelehrte aus Stuttgart den schroffsten und tollsten, wundesten und zärtlichsten Noiserock des Landes; das Album FUN von 2014 ist ohne Frage ein Hauptwerk der deutschsprachigen Popmusik in diesem Jahrzehnt. Unter dem Namen All diese Gewalt hat Max Rieger nun sein zweites Soloalbum aufgenommen: Es heißt Welt in Klammern und ist ein dunkelbunt funkelnder Strauß aus Geräuschen, Drones, Vogelgezwitscher und wundervollen Melodien, die sich sogleich im Gehör zu verhaken beginnen. Es geht um das Wegfliegen und Loslassenkönnen, um Angst vor der Leichtigkeit und vor dem Verlust, aber auch um das Vertrauen in die heilenden Kräfte der Ambivalenz. Jeder Traum eine Falle heißt das dritte Stück – aber in die Traumfallen, die Max Rieger für uns aufgestellt hat, tapsen wir nur allzu gerne hinein.

All diese Gewalt bewegt sich entlang der musikalischen Linien, die man auch von Die Nerven kennt. Doch sind die schroffen Klänge und die splittrigen Abstraktionen des Postpunk in weiche, fließende Formen geflochten; nicht der Break, der überraschende Wechsel ist hier das Leitmotiv der Dramaturgie, sondern der unmerklich organische Wandel, an dessen Ende man sich fragt, wie man eigentlich in diesen Klang, in diese musikalische Sphäre gelangen konnte. Die Songs sind eigentlich keine Songs, sondern Kräftefelder – Geflechte aus Intensitäten, flirrende Muster: Klangbilder, die erst nachträglich sich in die Zeit zu erstrecken begonnen haben.

Darin spiegelt sich auch der Kontrast zu Max Riegers Musik mit Die Nerven. Deren Songs entstehen aus der hitzig-gemeinsamen Arbeit einer Band. Bei All diese Gewalt macht Rieger alles allein, mit kühler Ruhe und doch einem enormen Output; er schichtet Ideen und Sounds übereinander und lässt die Lieder in ihrer eigenen Geschwindigkeit wachsen. Über 160 Songs sind den letzten Jahren auf diese Weise entstanden, zwischen 2013 und Anfang 2016, in den Leerräumen zwischen Studioaufnahmen und Tourneen mit Die Nerven. Zehn von ihnen sind nun auf Welt in Klammern zu hören. Zwei- bis dreihundert Spuren finden sich in jedem Stück, jede von ihnen hat Max Rieger selbst eingespielt. Das Hauptarbeitsgerät war der Laptop in seinem Heimstudio; es sind aber auch Gitarre und Schlagzeug zu hören und viele Field Recordings: murmelnde Menschen, Tierstimmen, die Klänge von Städten, schließlich kleine minimalistische Muster, die sich rhythmisch langsam verschieben wie in der Musik von Steve Reich, den Rieger als zentrale Inspirationsquelle benennt.

Vor allem hört man Drones: tiefe, hohe, brummende, fiepende, vibrierende, mit sich selber rückkoppelnde Sounds. Für jedes einzelne Stück, sagt Rieger, hat er sich einen Drone zum Ausgangspunkt genommen, einen schwebenden, stehenden, verwehenden Ton. Dann hat er die Melodien dort hinein verflochten und die Rhythmen und schließlich die Texte. Um den „Klang an sich“, sagt Max Rieger, sei es ihm ebenso gegangen wie darum, „Popsongs zu erschaffen, die keine Wünsche mehr übrig lassen – aber das klappt in der Regel ja doch nicht“. Vielleicht könnte man sagen, dass Welt in Klammern ein avantgardistisches Drone-Album ist, das sich als unmittelbar eingängiges Popalbum tarnt. Oder umgekehrt: Jedenfalls ist dies die schönste und bewegendste, bestrickendste und klügste Platte, die man in diesem Jahr zu hören bekommen wird. Ich wüsste beim besten Willen nicht, welcher Wunsch da noch übrig bliebe.
– Jens Balzer
All diese Gewalt – Welt in Klammern
Written, performed, recorded, produced & mixed by Max Rieger, 2013 – 2016.
Mastered by Ralv Milberg.
Released September 23, 2016 by Staatsakt.

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Brandt Brauer Frick kündigen Album und Tour an!

Brandt Brauer Frick Bildquelle Beats International



Brandt Brauer Frick kündigen Album und Tour an! Außerdem erscheint der BBF Summer Mix!
Brandt Brauer Frick gehen im Herbst auf Tour. Zum ersten Mal werden sie von nur einem Lead Sänger, dem aus Kanada stammenden Sänger Beaver Sheppard und einem Chor begleitet.
Außerdem veröffentlichen Brandt Brauer Frick heute einen Sommer Mix, der unter folgendem Link angehört und geteilt werden kann: BBF Summer Mix

“We made a summer mix full of things that inspire us! We’re bringing the new show on the road this October and November, see the first wave of tour dates.” (Brandt Brauer Frick)
Daniel Brandt, Jan Brauer und Paul Frick sind bekannt geworden als ein Ensemble klassisch ausgebildeter Instrumentalisten, die Techno machen. Seit 2008 erkundet das in Berlin beheimatete Trio Dance-Music-Produktionen unter Verwendung unkonventioneller Kombinationen von Instrumenten und kompositorischen Methoden. Zudem haben sie eine illustre Karriere als Live-Performer vorzuweisen, von kleinen Clubs über Konzerthallen bis hin zu den größten Festivals: Glastonbury, Coachella, Montreux Jazz, Lincoln Center, Mutek, Sonar, Southbank, Centre Pompidou, Fabric, Berghain und die Kölner Philharmonie sind nur einige der Stationen. Die Genialität von Brandt Brauer Frick liegt in ihrer Fähigkeit, so ziemlich jede Kombination von Instrumenten dazu zu bringen, als Dance Music zu funktionieren. Ihr Debütalbum „You Make Me Real“ (2010) war eine Sammlung bestechender, minimalistischer Techno-Tracks, aufgenommen mit akustischen Instrumenten. Ihr Folgewerk „Mr. Machine“ (2011) wurde ein Live-Album, aufgenommen mit einem zehnköpfigen klassischen Ensemble. Mit „Miami“ (2013) bewegten sie sich von der Sparsamkeit ihrer ersten beiden Alben weg und schlugen eine neue Richtung ein – dunkler, funkiger und strukturell komplexer. Durch ihre bisherigen Veröffentlichungen und ihre anfänglichen Bühnenauftritte in förmlichen Anzügen erweckten sie den Eindruck eines klassischen „Neue Musik“-Ensembles, das Techno macht. Mit „Joy“, dem neuen Album, welches Ende des Jahres via !K7 Records/ Because Music/ Warner Music erscheint, ähneln sie eher einer experimentellen Rockband.

Live-Termine 2016
31 August – Berlin, DE – Popkulture Festival
27 October- New Fall Festival – Düsseldorf, Germany
28 October- Pitchfork Festival – Paris, France
29 October- New Fall Festival – Stuttgart, Germany
30 October- Deutsches Jazzfestival – Frankfurt, Germany
1 November Fri-Son – Fribourg, Switzerland
2 November – Bern CH – Dachstock-Reitechule
3 November – Zurich, CH – Theater Moods
5 November – Munich, DE – Strom
11 November – Hamburg, DE – Uebel & Gefahrlich
12 November – Leizpig, DE – Audioinvasion @ Gewandthaus
Infos: Beats International

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Amy Winehouse

special feature: Amy Winehouse
Montag, 8. August 2016
21.00 – 23.00 Uhr
Radio Darmstadt

Zum 5. Todestag von Amy Winehouse sendet Radio Darmstadt heute Abend special feature: Amy Winehouse. Die Sendung gibt Einblicke in die Gedankenwelt der Musikerin, Textübersetzungen, Interviewausschnitte und viel Musik.
Eine Hommage an diese wunderbare Künstlerin, die am 23. Juli 2011 mit 27 Jahre gestorben ist.

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